Über uns
Die Kirche schweigt.
Zu laut, zu oft und zu bequem.
Während die Gesellschaft über zentrale Fragen ringt, bleibt aus den Kirchenbänken nur Stille.
Statt Orientierung gibt es Ausweichmanöver – statt Haltung höfliches Schweigen.
Dieser Blog ist das Gegenteil davon.
Wir sprechen aus, was andere verschweigen.
Wir stellen Fragen, die institutionell unerwünscht sind.
Wir betrachten aktuelle Themen radikal offen, biblisch fundiert und ohne Angst vor Anstoß.
Wenn die Kirche schweigt, reden wir.
Klar. Direkt. Ohne heilige Filter.
Autor: Nathan Hofmann

Ich bin in den 90ern in einem freien, sicheren Deutschland groß geworden – ein typisches Mittelklassenkind mit allen Möglichkeiten, die man sich wünschen konnte. Doch schon früh spürte ich, dass es mehr geben musste als das, was man sehen und anfassen kann. Als Jugendlicher begegnete ich Gott auf eine Weise, die mein Leben aus der vertrauten Bahn hob und mich auf eine Reise schickte, die bis heute nicht zu Ende ist.
Mein Theologiestudium war der erste Versuch, dieser Begegnung Tiefe, Sprache und Fundament zu geben. Ich wollte verstehen, was mich da ergriffen hatte. Aber Glauben lässt sich nicht allein im Hörsaal festhalten. Er fordert heraus, stellt Fragen und verlangt Entscheidungen. Und so blieb es nicht bei der Theorie.
Gemeinsam mit meiner Familie stellte ich unser Vertrauen immer wieder auf die Probe – oft an Orten, an denen Glaube nicht als schöne Idee existieren kann, sondern nur als gelebte Wirklichkeit. Wir lebten mitten im Brennpunkt Neuköllns, wo Hoffnung manchmal leiser ist als der Alltag. Ich verbrachte Zeit in einem Hexendorf in Südafrika, als einzige Weiße, umgeben von einer völlig anderen Welt, anderen Ängsten, Fragen und Kräften. Und ich lernte, dass Wahrheit Mut kostet – besonders dann, wenn man sie innerhalb der Kirche ausspricht. Nicht selten führte genau das dazu, dass ich wieder vor die Tür gesetzt wurde.
Meine Suche nach Wahrheit hat mich um den Globus geführt. Sie hat mich alles gekostet – im wörtlichen Sinne, denn einmal stand ich ohne Hab und Gut da. Und auch an anderen Stationen hat sie mich viel gekostet, wenn auch auf ganz andere Weise. Und doch würde ich diesen Weg wieder gehen. Denn jedes Mal, wenn alles wegbricht, zeigt sich ein bisschen klarer, worauf man wirklich steht.
Ich schreibe, weil ich die gängigen Narrative innerhalb der Kirche herausfordern möchte – besonders in einer Zeit, in der ich den Eindruck habe, dass politische Akteure immer stärker manipulieren, verschweigen und die Meinungsfreiheit einschränken. Während die Kirche oft schweigt, spüre ich umso mehr den Drang, meine Stimme zu erheben. Ich möchte Fragen stellen, Missstände benennen und Räume öffnen, in denen ehrliche Auseinandersetzung möglich ist. Nicht zuletzt tue ich das für meine Kinder: damit auch sie in einem freien und sicheren Deutschland aufwachsen können.



